Dicke Luft: Was Sie über Smog wissen sollten

In vielen Business-Destinationen ist Smog ein Dauerthema. Was wird eigentlich dagegen unternommen und was können Sie tun, um sich zu schützen?

Peking, Delhi, Riad, Kairo, Moskau, Mexiko-Stadt – überall sorgt Smog bei ungünstiger Wetterlage für dicke Luft und für eine reale Gefährdung der Gesundheit von Einheimischen und Reisenden. Kurzfristige Fahrverbote sorgen zwar meist dafür, dass sich die Lage nach wenigen Tagen wieder entspannt. Aber das eigentliche Problem lösen diese Maßnahmen nicht: Volle Städte, viel Verkehr und Industrie, oft gepaart mit einer ungünstigen geografischen Lage.

Peking baut Entlüftungskorridore

Dennoch suchen die betroffenen Städte nach Lösungen. So hat Peking Anfang des Jahres angekündigt, Entlüftungskorridore zu bauen, um den Luftstrom zu erleichtern, so dass Smog und Schadstoffe förmlich weggeblasen werden. Shanghai hat bereits positive Erfahrungen mit solchen Luftkorridoren gemacht.

Mexiko pflanzt Bäume

Auch Mexico City ist immer wieder von Smog betroffen. Die Stadt hat nun gleich eine ganze Reihe von Maßnahmen angekündigt. Als erstes sollen im Stadtgebiet 18 Millionen Bäume gepflanzt werden, um die Luft zu reinigen. Das ist gleichzeitig gut für den Klimaschutz. Außerdem werden 1.000 alte Taxis gegen Hybridfahrzeuge getauscht. Transportfahrzeuge und Autos sollen durch Alternativen mit Elektromotor ersetzt werden. Und die Emissionsauflagen werden verschärft und vor allem auch konsequenter durchgesetzt.

Delhi baut öffentliches Verkehrsnetz aus

Delhi ist wohl die am stärksten verschmutzte Stadt der Welt. Ein Smog-Alarmsystem wie in Peking gibt es hier aber nicht. Da auch andere Mega-Cities in Indien vom Smog betroffen sind, will Indiens Premierminister nun eine grüne Verkehrsoffensive starten. Bis 2020 will die indische Regierung das öffentliche Verkehrsnetz von derzeit 300 Kilometer auf 1.000 Kilometer ausbauen. Außerdem werden die Abgasnormen verschärft, SUVs und Dieselfahrzeuge werden höher besteuert und Elektroautos gefördert.

Gesundheitsschädlich für Reisende?

In einigen Großstädten, die mit Smog zu kämpfen haben, scheint also ein Veränderungsprozess anzulaufen. Bis diese Maßnahmen greifen, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen. Die Frage ist deshalb: Gefährdet der Smog Ihre Gesundheit, wenn Sie für ein paar Tage auf Geschäftsreise in Peking, Mexiko oder Delhi sind?

Wenn Sie bisher nicht an einer Herz- oder Lungenkrankheit leiden und sich nur wenige Tage in einer Stadt mit hoher Smog-Belastung aufhalten, werden Sie sich normalerweise rasch erholen, wenn Sie die stark belasteten Gebiete wieder verlassen. So Thomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin, gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus. Wenn Sie aber bereits unter einer Herz- oder Lungenkrankheit leiden, kann der Smog Ihnen auch bei einem Kurzaufenthalt schaden.

Wie kann ich mich schützen?

  • Leider sind die Möglichkeiten, sich vor dem Smog zu schützen, begrenzt: Umweltexperten und Mediziner raten dazu, sich möglichst wenig draußen aufzuhalten. Bleiben Sie in geschlossenen Räumen.
  • Meiden Sie körperliche Anstrengung und Sport im Freien. Also besser keine Joggingrunde unter der Dunstglocke.
  • Wenn Sie sich im Freien aufhalten müssen oder einen längeren Aufenthalt planen, lohnt sich die Anschaffung von so genannten N95-Respiratoren. Das sind Atemmasken mit Filterfunktion.

(Quelle: moveonline, September 2016)