Marktmonitor Frankreich

Hervorragende Aussichten für eine der drei großen europäischen Volkswirtschaften

Laut einer BCD Analyse der Daten von Tourism Economics wurden 2017 mehr als 61 Mrd. USD (53 Mrd. EUR) für Geschäftsreisen von und nach Frankreich sowie innerhalb des Landes ausgegeben. Die Aufschlüsselung: Inlandsreisen machten 45 % des Reiseaufkommens aus, Reisen ins Ausland 40 % und der Rest entfiel auf Reisende aus dem Ausland. Die Gesamtausgaben für Geschäftsreisen waren 2015 und 2016 um lediglich 1 % gestiegen; 2017 wurde kein Anstieg verzeichnet. Die Ausgaben für Inlandsreisen gingen letztes Jahr um 4 % zurück. Die Aussichten sehen besser aus. Branchenexperten gehen bis 2022 von einem jährlichen Gesamtwachstum von 5 % bis 6 % aus, wobei der Inlandsreisemarkt pro Jahr um durchschnittlich 3 % wachsen soll.

Wirtschaftsumfeld

  • Frankreich war 2017 mit einem BIP von geschätzten 2,57 Billionen USD die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt und lag somit in der globalen Rangliste des IWF knapp vor Großbritannien und Indien.
  • Das Wirtschaftswachstum ist zwischen 2012 und 2016 von 0,2 % auf 1,1 % gestiegen; 2017 wird das Wachstum voraussichtlich bei 1,8 % liegen.
  • Die niedrige und stabile Inflation sowie Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt haben eine Einkommenssteigerung bewirkt, wodurch das Vertrauen der Verbraucher gestärkt und der Konsum angekurbelt wurde.
  • Die Wirtschaft reagiert auf die steigende Nachfrage und auf Verbesserungen der Rahmenbedingungen durch höhere Investitionen.
  • Frankreichs Regierung steigert die Infrastrukturausgaben, was laut Oxford Economics dieses Jahr dazu beitragen wird, dass die französische Wirtschaft um ca. 2 % wachsen wird.

Flugreisen

  • Seit 2012 sind die Ausgaben für internationale Reisen im Durchschnitt lediglich um 1,4 % pro Jahr gestiegen. Dank der zunehmenden Ankünfte kann jedoch bis 2022 von einer jährlichen Wachstumsrate über 4 % ausgegangen werden.
  • 2017 entfielen 80 % der 257 Millionen internationalen Reisen auf Ankünfte aus dem Ausland. Die meisten Besucher kamen aus Großbritannien (2017 waren es 15 %), gefolgt von Deutschland (14 %) und Belgien (11 %).
  • Air France-KLM ist auf dem französischen Markt als Kombination aus dem Netzwerk-Carrier Air France, der regionalen Airline Hop! und dem Billigflieger Transavia bestens positioniert. Die zunehmende Konkurrenz durch EasyJet und andere Billiganbieter – etwa die ebenfalls in Frankreich expandierende Volotea – ist jedoch nicht von der Hand zu weisen.
  • Air France hat die Tochtergesellschaft Joon gegründet, um Kunden zurückzugewinnen und zusätzliche Verbindungen über Paris anbieten zu können. Joon ist eine Full-Service-Airline mit niedrigeren Betriebskosten.

Unterkünfte

  • Die Nachfrage bei Hotelbuchungen ist zwischen 2012 und 2017 jährlich um lediglich 1,5 % gestiegen, wozu nicht zuletzt die Terroranschläge das Ihre beigetragen haben. Bis 2022 sollte jedoch das jährliche Wachstum auf über 3 % anziehen.
  • Die drei größten, in Frankreich operierenden Hotelketten haben ihren Sitz im Land. AccorHotels betreibt fast 1.600 Häuser, also doppelt so viel wie die zweitplatzierte Louvre Hotels Group. Die drittgrößte Kette SEH United Hoteliers Group vereint mehr als 400 unabhängige Hotels unter den Marken P’tit Dej, Inter Hotels, Qualys und Relais du Silence.
  • Die französische Hotellerie verzeichnete einen heftigen Preiseinbruch infolge des Anschlags in Nizza im Jahr 2016. Die Hotelraten zeigen erst seit Kurzem eine Aufwärtstendenz. Das Consulting-Unternehmen Advito prognostiziert für 2018 eine Preisverschiebung im Bereich von 0 % bis 2 %.

(Quelle: Move Online, März 2018)