Bleisure macht zufrieden

Wer in diesem kalten Frühling eine Geschäftsreise ins schöne Mailand geplant hat, kann von Glück sprechen. Da bietet es sich an, gleich ein paar Urlaubstage dranzuhängen – oder? Wir sagen Ihnen, was sie beachten müssen.

Bleisure heißt der Trend, bei dem es darum geht, die Geschäftsreise privat zu verlängern. Die Wortschöpfung setzt sich zusammen aus Business (Geschäft) und Leisure (Freizeit). In Zeiten von Smartphone & Co. verschmelzen Arbeit und Freizeit ohnehin immer mehr. Viele Mitarbeiter haben das Gefühl, nie Feierabend zu haben. Ein Meeting jagt das nächste, die Inbox quillt über, in den sozialen Netzwerken will man auch präsent sein… richtig konzentriert arbeiten kann man also nur in den Tagesrandzeiten und an Orten, an denen man für die Kollegen nicht erreichbar ist. Wenn man dann noch auf Geschäftsreise „muss“, bleibt noch weniger Zeit für Privates. Da scheint es doch nur gerecht, wenigstens ein bis zwei Urlaubstage an die Geschäftsreise zu hängen. Der Flug ist ja ohnehin bezahlt, also dürfte es kein Problem sein.

Ganz wichtig: Transparenz

Grundsätzlich spricht tatsächlich nichts dagegen, wenn Sie sich an ein paar Regeln halten. Die erste und wichtigste Regel heißt Transparenz. Wenn Sie vorhaben, einen Tag länger an Ihrer Geschäftsreise-Destination zu bleiben, um den Ort privat zu erkunden, dann besprechen Sie das mit Ihrem Vorgesetzten. Solange Sie Ihr Hotelzimmer für die letzte Nacht selbst zahlen und der Rückflug bzw. die Rückfahrt am Folgetag nicht teurer ist als zum ursprünglichen Ende der Geschäftsreise, wird er nichts dagegen haben. Es kann übrigens sogar sein, dass der Rückflug aus einer Business-Metropole am Wochenende günstiger ist als in der Woche. Es lohnt sich also, die Preise zu vergleichen. Wenn Sie Ihren Partner mitnehmen möchten, gilt auch wieder das Prinzip der Transparenz: Machen Sie es nicht heimlich, sondern besprechen Sie es mit Ihrem Vorgesetzten und zahlen Sie die Differenz zwischen der Einzel- und Doppelzimmerrate.

Verpönt oder bewundernswert?

Früher war es in vielen Unternehmen nicht unbedingt gut angesehen, eine Geschäftsreise privat zu verlängern. Es schwang immer der leise Vorwurf mit, dass die Geschäftsreise vielleicht nur ein Vorwand wäre, um günstig Urlaub machen zu können. Heute verändert sich aber die Arbeitswelt. Die Generation Y verankert langsam aber sicher das Bewusstsein in Unternehmen, dass es nicht gut ist, ein reines „Arbeitstier“ zu sein. Die Mitarbeiter, die für eine gute Work-Life-Balance sorgen, erhalten Anerkennung. Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass Mitarbeiter motivierter und letztendlich produktiver sind, wenn sie sich auch mal ausklinken und für privaten Ausgleich sorgen.

Bleisure in der Reiserichtlinie

Hat Ihre Unternehmensführung bereits erkannt, dass es Vorteile bietet, wenn sie ihren Mitarbeitern erlaubt, Geschäftsreisen privat zu verlängern? Dann ist das Thema Bleisure womöglich schon in der Reiserichtlinie verankert. Das ist perfekt, denn dann befinden sich Mitarbeiter und Vorgesetzte nicht mehr in einer Grauzone, sondern wissen ganz genau, was in ihrem Unternehmen erlaubt ist und was nicht. Welche Kosten dürfen als Reisekosten abgerechnet werden? Welche sind privat zu tragen? Klare Regeln vereinfachen die Bleisure-Reise für alle Beteiligten. Die Möglichkeit per Reiserichtlinie aktiv angeboten zu bekommen, ist für Mitarbeiter sicher ein gutes Gefühl. Und das wissen wir doch inzwischen alle: Zufriedene Mitarbeiter sind das Beste, was einem Unternehmen passieren kann.

(Quelle: Move Online, März 2018)