Unter der Lupe: Zusatzleistungen auf Flügen

Laut Olivier Benoit, dem Flugreise-Experten von Advito, sind Zusatzleistungen nicht länger zweitrangig. Im heutigen Geschäftsreisemarkt – wo Einkäufer sowohl die Zufriedenheit von Reisenden als auch Einsparungen im Auge haben müssen – ist es unerlässlich, Leistungen wie WLAN, mehr Beinfreiheit, vorzeitiges Boarding und zusätzliches Gepäck vorab auszuhandeln. In unseren FAQ zu diesem brisanten Thema beleuchtet Benoit die Potenziale und Herausforderungen.

Warum sollten Flugzusatzleistungen gerade jetzt höchste Priorität für Reiseeinkäufer haben?

Einkäufer sollten es als dringlich erachten, da Fluggesellschaften zunehmend Geld für diese Leistungen verlangen und den Reisenden individuelle Zusatzangebote unterbreiten. Geschäftskunden sollten sich ihr Mitspracherecht sichern und ihre Checklisten für Reiserichtlinien und Flugreiseverhandlungen um Zusatzleistungen ergänzen. Anderenfalls wird letztendlich allein durch die Fluggesellschaften bestimmt, welche Zusatzleistungen ihre Reisenden erhalten und wie viel das Unternehmen dafür bezahlt.

Wie helfen diese Zusatzleistungen Unternehmen dabei, ihre Geschäftsziele zu fördern?

Mithilfe der richtigen Flugzusatzleistungen können Unternehmen ihre Kosten steuern, den Komfort von Reisenden verbessern und die Mitarbeiterproduktivität steigern. Zusatzleistungen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Fokus auf die Zufriedenheit der Reisenden zu verlagern.

Stehen der Priorisierung von Zusatzleistungen Hindernisse im Weg?

Die größte Herausforderung besteht darin, dass es für die Bereitstellung von Zusatzleistungen keinen Branchenstandard gibt. Fluggesellschaften sind kreativ, Möglichkeiten sind reichlich vorhanden und die Technologie zur Verfolgung dieser Ausgaben ist seit jeher begrenzt. Erfreulicherweise sind hier Veränderungen abzusehen. Eine verbesserte Erfassung und Konsolidierung der Reporting-Daten von Geschäftsreiseunternehmen, Firmenkreditkarten und Flug-Suppliern vereinfachen den Prozess. Anhand dieser Daten lässt sich nunmehr ermitteln, welche Zusatzleistungen sich Ihre Reisenden wünschen und wie Sie durch Vorabverhandlung dieser Leistungen mit Suppliern Geld sparen können.

Gehen wir etwas näher auf das Reporting von Flug-Suppliern zu Zusatzleistungen ein. Ist das etwas Neues?

Ja. Manche Fluggesellschaften schlüsseln jetzt die Ausgaben für Zusatzleistungen in ihren Berichten zu Geschäftsreiseprogrammen auf. Einkäufer sollten diese Daten heranziehen, sie aber unter Vorbehalt verwenden. Diese Supplier-Berichte stellen zwar einen positiven Trend dar, befinden sich jedoch noch im Anfangsstadium. Sie sorgen für mehr Transparenz und Reiseeinkäufer sollten auch andere Fluggesellschaften ermutigen, diese Berichte bereitzustellen.

Beschreiben Sie kurz, welche Maßnahmen ein Unternehmen ergreifen sollte, um eine intelligente Strategie in Bezug auf Flugzusatzleistungen zu entwickeln.

Nutzen Sie TMC- und Firmenkreditkartendaten, um Ihre Ausgaben für Zusatzleistungen und die Bedürfnisse von Reisenden zu beurteilen. Entscheiden Sie, welche Zusatzleistungen kostensparend die Geschäftsziele Ihres Unternehmens fördern und zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität beitragen können. Nehmen Sie Vorgaben für Zusatzleistungen in Ihre Flugreiserichtlinie auf. Verhandeln Sie diese Zusatzleistungen mit Flug-Suppliern. Binden Sie Ihre Mitarbeiter ein und erläutern Sie ihnen die neu ausgehandelten Zusatzleistungen. Nutzen Sie TMC- und Kartendaten, um die Inanspruchnahme von Flugzusatzleistungen durch Reisende und die Ausgaben des Unternehmens für diese Leistungen zu verfolgen. Diese Leistungen sollten regelmäßig überprüft und angepasst werden, um sicherzustellen, dass Sie für Ihre Reisenden stets die besten Zusatzangebote zum bestmöglichen Preis erhalten.

(Quelle: Move Online, Dezember 2017)