Wissen Sie, was Sie wissen?

Blöde Frage, klar wissen Sie das… oder? Die wichtigere Frage lautet: Wissen auch andere, was Sie wissen? Sicher ist in jedem Fall: Wer sein Wissen teilt, hat am Ende mehr davon.

In manchen Fragen sind Sie der absolute Experte. Bei anderen Themen wissen Sie zumindest, wer sich auskennt. Aber wie jeder Mensch haben auch Sie Themen, bei denen Sie auf dem Schlauch stehen. Dann ist es wichtig zu wissen, wo Sie die Informationen beschaffen können.

Für Unternehmen ist ein funktionierendes Know-how Management extrem wichtig, um beispielsweise in Projekten alle auf den gleichen Wissensstand zu bringen oder um möglichst wenig Wissen zu verlieren, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Aber das richtige Wissensmanagement bringt auch Sie als Mitarbeiter – und Privatperson – voran.

Know-how Management braucht Offenheit

In vielen Unternehmen sind die technischen Voraussetzungen für das Wissensmanagement bereits geschaffen. Es gibt ein Social Intranet und idealerweise ist es sogar mit einem Unternehmens-Wiki verknüpft, in dem das ausgetauschte Wissen gespeichert und für andere abrufbar gemacht wird. Damit Mitarbeiter aber überhaupt bereit sind, ihr Wissen mit anderen zu teilen, ist es wichtig, eine offene Unternehmenskultur zu pflegen. Mitarbeiter müssen wissen, dass es sich lohnt, Informationen preiszugeben.

Wer sein Wissen teilt, gilt als Experte

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Kollegen, der regelmäßig im Social Intranet Beiträge über sein Spezialgebiet postet. Welchen Eindruck gewinnen Sie von ihm? Ein Trottel, der ständig sein Wissen „weggibt“? Nein, Sie halten ihn automatisch für sehr versiert auf seinem Gebiet. Ihr Wissen zu teilen, ist also kein Verlust für Sie, sondern ein Gewinn, weil Sie sich damit als Experte positionieren.

Nun könnten Sie trotzdem denken, es ist ja schön und gut, dass ich als Experte wahrgenommen werde, aber am Ende wissen dann alle, was ich weiß. Bin ich damit nicht viel einfacher zu ersetzen? Stichwort „Wissen ist Macht“? Nein, denn Ihr Wissen wird sich durch das aktive Teilen sogar noch erweitern. Wenn es nämlich Neuigkeiten in Ihrem Fachgebiet zu besprechen gibt, an wen wendet man sich dann? An denjenigen, der sein Wissen im stillen Kämmerlein hortet oder an denjenigen, der sein Wissen teilt und offen damit umgeht? Natürlich an den zweiten, denn der erste wird ja gar nicht als Experte wahrgenommen. So vernetzen Sie sich durch die Weitergabe von Wissen ganz nebenbei mit anderen Fachleuten innerhalb – und durch LinkedIn, Xing & Co. auch außerhalb – Ihres Unternehmens.

Schneller zur Lösung durch gutes Wissensmanagement

Dieses Wissens-Netzwerk, das Sie sich aufbauen, wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen und Ihr Know-how aktiv teilen, wird Ihnen auch bei zukünftigen Aufgaben im Unternehmen helfen. Sie können schneller auf Informationen zurückgreifen, wissen, wen Sie ansprechen können, Sie können Ihre Stärken bündeln und dadurch schneller Lösungen für aufkommende Probleme finden.

Fazit: Wenn Sie offen mit Ihrem Wissen umgehen und die Zeit investieren, um es anderen zur Verfügung zu stellen, profitieren Sie langfristig. Sie werden positiv wahrgenommen und können Probleme schneller lösen. Es lohnt sich also!

(Quelle: Move Online, April 2018)